Fluggastrechte

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Ihr Flug wurde annulliert oder hatte eine Verspätung?

Ihnen wurde der Flug wegen Überbuchung verweigert?

Ihr Reisegepäck wurde verloren?


Selbstverständlich ist es ärgerlich, wenn der Flug annulliert wird, überbucht ist oder eine Verspätung hat. Genauso schlimm ist es, wenn Sie zwar befördert werden, aber Ihr Gepäck unterwegs unauffindbar verloren geht. Warten Sie nicht lange und machen Ihre Rechte geltend.

Nachfolgend geben wir gerne einen Überblick über Ihre Fluggasrechte:


Flugverspätung

Eine Flugverspätung ist immer ärgerlich. Doch den meisten Passagieren ist es gar nicht bewusst, dass eine Entschädigungszahlung zwischen 250,00 € und 600,00 € geltend gemacht werden kann.

  • Flugverspätung muss mehr als 3 Stunden betragen
  • Der verspätete Flug muss entweder innerhalb der EU starten oder von einer europäischen Airline ausgeführt werden, wenn er außerhalb der EU mit Ziel EU startet.

  • Der Grund für die Verspätung darf kein außergewöhnlicher Umstand sein wie z.B. schlechtes Wetter

Die Höhe der Entschädigung ist pauschal, hängt nicht vom Ticketpreis ab, sondern von der Flugstrecke

Nein. Schon bei einer Verspätung von 2 Stunden, muss die Fluggesellschaft Ihnen Getränke und Snacks zur Verfügung stellen. Ebenso muss Ihnen die Möglichkeit für 2 Telefonate gegeben werden.

In diesem Fall muss die Fluggesellschaft Ihnen eine Hotelübernachtung samt Transfer organisieren.

Sie sollten sich noch vor Ort die Flugverspätung schriftlich bestätigen lassen. Da bei vorliegen von außergewöhnlichen Umständen eine Zahlung nicht erfolgt, ist es sehr wichtig zu wissen, weshalb Ihr Flug verspätet ist. Dadurch kann Ihr Recht auf eine Entschädigungszahlung leichter und schneller durchgesetzt werden.

Das BGB sieht in Deutschland eine Verjährungsfrist von 3 Jahren für entsprechende Entschädigungsforderungen vor. Sie können somit auch Flugverspätungen der letzten 3 Jahre geltend machen. Hatten Sie z.B. eine Verspätung am 15.05.2018, können Sie Ihren Anspruch bis zum 31.12.2021 geltend machen.

Eine Flugverspätung von 3 Stunden ist gegeben, wenn die Ankunftszeit um 3 Stunden verspätet ist. Somit kommt es nicht darauf an, ob der Abflug eine Verspätung von 3 Stunden hat. Es kommt lediglich auf die Ankunftszeit an. Als Ankunft wird angesehen, dass das Flugzeug seine Parkposition eingenommen und mindestens eine Flugzeugtür geöffnet hat.

Bei sogenannten außergewöhnlichen Umständen ist die Fluggesellschaft zu keiner Zahlung verpflichtet, da diese für die Flugverspätung nicht verantwortlich ist. Die außergewöhnlichen Umstände können hierbei vielschichtig sein. Dazu zählen z.B.:

  • Extreme Wetterlage (falls diese für den Abflughafen oder Zielhafen unüblich ist)

  • Vögel im Triebwerk

  • Sperrung des Flughafens bzw. des Luftraumes

  • Angekündigter Streik

  • Unvermeidbare Sicherheitsrisiken

Es spielt keine Rolle, ob Sie geschäftlich verreisen oder eine Pauschalreise gebucht haben. Das bedeutet, auch wenn Sie beispielsweise Flug und Hotel online oder über Ihr Reisecenter gebucht haben und eine Flugverspätung einschlägig ist, haben Sie ein Recht auf eine Entschädigungszahlung.

Obwohl den Passagieren bei entsprechender Flugverspätung die oben dargelegte Zahlung zusteht, reagieren einige Fluggesellschaften entweder gar nicht auf die Geltendmachung, verzögern die Auszahlung oder lassen sich lieber verklagen.

Unsere Kanzlei ist unter anderem auf Fluggastrechte spezialisiert. Wir kennen den schnellsten Weg, um Ihre Ansprüche durchzusetzen. Die Prüfung anhand Ihrer Angaben, ob Sie einen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung haben und falls ja, wie hoch dieser Anspruch ist, erfolgt für Sie vollkommen kostenlos. Ebenso verhält es sich mit der außergerichtlichen Geltendmachung Ihrer Ansprüche gegenüber der Fluggesellschaft.

Erst wenn die Fluggesellschaft die Zahlung leistet, erhalten wir eine Erfolgsprovision in Höhe von 25 % zzgl. 19 % Umsatzsteuer auf die ausgezahlte Summe.

Die Kosten für unser Tätigwerden sind vollkommen transparent. Es gibt keine versteckten Kosten. Falls gerichtlich vorgegangen werden muss, werden Sie kontaktiert und das weitere Vorgehen wird besprochen.

Nachfolgend sehen Sie ein Rechenbeispiel bei der Geltendmachung einer Flugverspätung für einen Langstreckenflug i.H.v. 600,00 €:

Flugannullierung / Flugausfall

Im Falle einer Flugannullierung bzw. eines Flugausfalls stehen Ihnen unter bestimmten Voraussetzungen mehrere Ansprüche zu.

Bei einer Flugannullierung haben Sie das Recht, sich den vollen Ticketpreis erstatten zu lassen oder von der Fluggesellschaft einen Ersatzflug zu verlangen.

Zudem haben Sie das Recht auf eine Entschädigung zwischen 250,00€ und 600,00 € wenn die Fluggesellschaft Sie über den Ausfall Ihres Fluges nicht mindestens 14 Tage vor Abflug informiert hat.

Wurde Ihr Flug vorverlegt, ist dies mit einer Annullierung gleichzusetzen. Sie haben somit einen Anspruch auf eine Entschädigung. Hierbei ist jedoch wieder zu beachten, wann Ihnen die Fluggesellschaft diese Änderung mitgeteilt hat. Je früher dies passiert ist, desto wahrscheinlicher erscheint es, dass die Airline Sie nicht entschädigen muss.

Keinen Anspruch habe ich, wenn:

  • Ich mindestens 14 Tage vorher benachrichtigt wurde

  • Ich zwischen 7 bis 14 Tage vorher benachrichtigt wurde und mir ein Ersatzflug angeboten wurde, der maximal 2 Stunden früher abhebt oder maximal 4 Stunden später ankommt

  • Ich weniger als 7 Tage vorher benachrichtigt wurde und mein Ersatzflug maximal 1 Stunde früher abhebt oder maximal 2 Stunden später ankommt.

  • Die Fluggesellschaft für die Annullierung nicht verantwortlich ist

Einen Anspruch habe ich, wenn:

  • Ich weniger als 14 Tage vorher benachrichtigt wurde und mir kein Ersatzflug angeboten wurde

  • Ich zwischen 7-14 Tage vorher benachrichtigt wurde und mein Ersatzflug über 2 Stunden früher abhebt oder über 4 Stunden später landet

  • Ich weniger als 7 Tage vorher benachrichtigt wurde und mein Ersatzflug über 1 Stunde früher abhebt oder über 2 Stunden später landet.

Auch wenn Sie somit keinen Anspruch auf eine Entschädigung haben, können Sie die Erstattung des vollen Ticketpreises verlangen oder einen Ersatzflug. Gilt die Annullierung für Ihren geplanten Rückflug ist ein zeitnaher Rückflug zu Beginn Ihrer Reise zu organisieren. Ebenso kann die Fluggesellschaft je nach Verfügbarkeit zu einem Alternativtransport verpflichtet sein (z.B. Bahn oder Bus).

Wenn Sie Ihren Anschlussflug deshalb verpassen, weil sich Ihr Zubringerflug verspätet hat und kommen deshalb 3 Stunden oder mehr verspätet am Endziel an, dann haben Sie einen Anspruch auf eine Entschädigung zwischen 250,00 € und 600,00 €. Hierbei muss der Zubringerflug der Fluggastrechteverordnung unterfallen. Das bedeutet, der erste Flug muss aus der EU starten. Findet der Start außerhalb der EU statt und die Landung in der EU, muss es sich um eine Fluggesellschaft mit Sitz in der EU handeln.

Die Bestimmungen zum verpassten Anschlussflug gelten nur, wenn es sich um eine einheitliche Buchung handelt, wenn Sie z.B einen Zypernurlaub buchen, hierbei von Köln/Bonn nach Istanbul und von dort nach Zypern fliegen. Verspätet sich nun Ihr Flug nach Istanbul, und Sie landen mit einer 2 Stündigen Verspätung in Istanbul, wodurch Sie Ihren Zypernflug verpassen und erst mit der nächsten Maschine mit einer Verspätung von 7 Stunden in Zypern laden, haben Sie ein Recht auf Zahlung von 600,00 €.

Wenn Sie jedoch die beiden Flüge für sich geplant und einzeln gebucht haben, steht Ihnen keine Zahlung von 600,00 Euro zu. Hier sind die Flüge nämlich einzeln zu betrachten. Bei einer 2 stündigen Verspätung in Istanbul haben Sie die Grenze von 3 Stunden nicht erreicht. Hierbei spielt es dann auch keine Rolle, dass Sie somit 7 Stunden zu spät in Zypern laden.

Es spielt keine Rolle, ob es sich bei der Zubringerairline und der Anschlussflugairline um unterschiedliche Fluggesellschaften handelt. Sobald Sie Ihren Anschlussflug aufgrund der Verspätung des Zubringerfluges verpassen, haben Sie ein Recht auf eine Entschädigung.

Für die Bestimmung ob es sich um eine Kurzstrecke (unter 1.500 Km), Mittelstrecke (zwischen 1.500 Km bis 3.500 Km) oder um eine Langstrecke (ab 3.500 Km) handelt, wird die gesamte Strecke in Betracht gezogen. Das bedeutet, es gilt nicht die Strecke von A nach B und von B nach C, sondern die Strecke von A nach C.

Überbuchung

Man sollte meinen, dass die Fluggesellschaften immer nur so viele Tickets verkaufen wie es Sitze im Flieger gibt. Dies trifft jedoch meistens nicht zu. Damit ein Flieger nicht mit leeren Sitzen fliegen muss, verkaufen die Fluggesellschaften meistens mehr Plätze als verfügbar, in der Hoffnung, dass einige Passagiere den Flug nicht antreten bzw. zu spät einchecken. Erscheinen dann doch alle Passagiere, wird nach „Freiwilligen“ für eine Umbuchung gesucht. Finden sich keine, wird der Mitflug entgegen dem Willen des Passagiers verwehrt.

Ist Ihr Flieger Überbucht, so dass Sie nicht den Flug wahrnehmen dürfen, können Sie sich Ihr Ticket erstatten lassen oder einen Ersatzflug verlangen. Ebenso stehen Ihnen sofortige
Versorgungsleistungen wie Snacks und Getränke zu. Hinzu kommt ein Anspruch auf eine Entschädigung zwischen 250,00 € und 600,00 €

 

Eine Entschädigung aufgrund einer Boardingverweigerung haben Sie nur, wenn Sie sich rechtzeitig eingecheckt haben. Anders kann es nur dann sein, wenn Ihnen die Fluggesellschaft bereits vorher die Überbuchung angezeigt hat und mitgeteilt hat, dass Sie nicht mitfliegen dürfen. Dies kommt jedoch in den seltensten Fällen vor, so dass wir Ihnen raten, immer rechtzeitig einzuchecken, damit Sie Ihre Rechte nicht verlieren.

Kofferverlust, Kofferbeschädigung und verspätetes Gepäck

Nicht nur bei Flugausfall oder der Annullierung haben Passagiere Ersatzansprüche, sondern genau so auch bei Verlust des Reisegepäcks und Beschädigung. Denn Sie haben auch für den ordnungsgemäßen Transport Ihres Gepäcks bezahlt. Die Schadensersatzpflicht der Fluggesellschaft ist im Übereinkommen von Montreal geregelt. Dort ist eine Obergrenze für die Entschädigung bei beschädigtem, verspätetem oder verlorenem Gepäck vorgesehen. Diese Grenze ist jedoch nicht in Euro, sondern in einer künstlichen Währung, den sog. „Sonderziehungsrechten“ angegeben. Die Obergrenze beträgt 1.131 SZR. Das entspricht ca. 1.400,00 €. Falls der Wert Ihres Gepäcks darüber hinaus geht, sollten Sie eine entsprechende Zusatzversicherung abschließen.

Kommt Ihr Koffer nicht am Flughafen an, ist es wichtig, dass Sie dies sofort, vor Ort bei der Fluggesellschaft melden. Nutzen Sie hierzu die Schalter für Gepäckverlust.

Ist Ihr Koffer bzw. Gepäck auch nach 21 Tagen nicht wiederaufgetaucht, zähltes als endgültig verloren. Somit können Sie Schadensersatz für Koffer und Inhalt verlangen.

Damit der Inhalt wieder dargestellt werden kann, ist es wichtig bewusst zu packen oder noch besser eine Liste des Inhaltes zu erstellen. Anhand dieser wird sodann Schadensersatz verlangt.

Sie haben nach dem Übereinkommen von Montreal einen Anspruch bis 1.400,00 €. Hierbei kommt es auf den Inhalt des Koffers und auf den Kofferwert an. Die Fluggesellschaft muss hierbei jedoch nur den Zeitwert des Gepäcks ersetzen und nicht die Neuanschaffung. Beachten Sie bitte, dass auch manche Hausratsversicherungen verlorenes Gepäck abdecken und hierbei den Widerbeschaffungswert auszahlen.

Wenn Ihr Koffer zwar angekommen ist, Sie jedoch Schäden am Koffer oder dem Inhalt feststellen, müssen Sie diese Schäden innerhalb von 7 Tagen bei der Fluggesellschaft anmelden und geltend machen. Hier ist also schnelles Handeln gefragt. Danach können Sie keinen Schadensersatz mehr für beschädigtes Gepäck fordern. Hierbei ist es wieder wichtig, dass Sie von Ihrem Gepäck/Koffer vor dem Flug Fotos machen, damit der Schaden dann auch nachgewiesen werden kann.

Sie sind zwar gelandet, Ihr Gepäck jedoch nicht, haben Sie das Recht, im Urlaub notwendige Einkäufe zu tätigen. Diese Einkäufe müssen notwendig sein, um die Zeit zu überbrücken, bis das Gepäck da ist und angemessen sein. Wichtig ist, dass Sie die Ausgaben belegen könne. Deshalb ist es unumgänglich, die Quittungen aufzubewahren.

Haben Sie eine Pauschalreise gebucht, ist es wichtig, dass Sie das verspätete Gepäck nicht nur der Fluggesellschaft mitteilen, sondern auch an die Reiseleitung. Hierbei sollten Sie ebenso umgehende Abhilfe verlangen. Bei dieser Abhilfe kann sich um Notkäufe handeln, bis Ihr Gepäck wieder da ist. Ist die Reiseleitung nicht bereit, Abhilfe zu leisten, kann später eine Reisepreisminderung von bis zu 30 % des Tagespreises geltend gemacht werden, bis das Gepäck angekommen ist. In diesem Fall befinden wir uns rechtlich im sogenannten Reiserecht.

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